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"SENIORENBETREUUNG IM EIGENEN ZUHAUSE
STATT PFLEGEHEIM UND MEHRBETTZIMMER
Quellennachweis: Chrismon Ausgabe 11/2006.
Die Darstellung erfolgt nach Beteiligung am Artikel, alle Rechte, Markenzeichen, Text und Bild liegen bei Chrismon
www.chrismon.de
Es war Mitte Januar, da stand vor der Haustür von Nicole
Werner eine Mittfünfzigerin mit zwei Koffern. Elegant, mit lackierten
Fingernägeln, sehr nervös – Anna C. aus einem Vorort von
Krakau. Ihr erster Satz: „Ich habe Angst.“ Frau Werner nahm
die Hand der Frau: „Ich auch.“ Dann führte sie die Polin
durch die Wohnung des Vaters: „Das ist jetzt deine Küche.“ Anna
putzte erst mal alles.
Dem pflegebedürftigen Egon Herberger gab sie zunächst nur aus großer
Entfernung die Hand, aus Angst, etwas falsch zu machen. Der 64-Jährige
hat mehrere Schlaganfälle erlitten, ist parkinsongeplagt und seit Jahren
schwer depressiv.
Bis dahin war Nicole Werner unermüdlich die Treppe zwischen ihrer und
des Vaters Wohnung rauf- und runtergerannt, hatte Windeln gewechselt, Berge
von Bettwäsche gewaschen, war nachts raus, wenn die Wassersonde piepste,
weil sich der Vater draufgelegt hatte. Ihr Kind hatte sich nicht mehr getraut,
die Mutter etwas zu fragen, weil die nur immer sagte: „Ich kann jetzt
nicht, ich muss runter zum Opa!“
Nicole Werner wusste, dass im Dorf Polinnen arbeiten, für 600 bis 800
Euro – illegal, wie man ihr flüsternd bestätigte. Aber das
war nichts für sie. „Man weiß nie, wer Freund oder Feind
ist. Braucht bloß jemand was der Arbeitsagentur stecken.“ Und
sowieso: „Mir kommt niemand ins Haus, ich schaff das alleine!“ Bis
sie von Panikattacken überrollt wurde und nach Luft japste. Die 35-Jährige
sah ein: Sie brauchte Entlastung.
Sie suchte im Internet, fragte bei lokalen Pflegediensten.
Am Ende hatte sie Angebote zwischen 1250 und 4600 Euro für eine 24-Stunden-Betreuung.
Sie entschied sich für die Vermittlungsagentur senio-care24: 1250 Euro
monatlich für eine Polin ohne Deutschkenntnisse, dazu Kost und Logis
und 850 Euro für die Vermittlerin.
Die ersten Wochen waren anstrengend, für beide. „Ich wusste, dass
ich mich um Anna kümmern muss“, sagt Nicole Werner, „sie
kommt in ein fremdes Land, kann die Sprache nicht, hat einen schweren Pflegefall – das
ist eine ungeheure emotionale Belastung.“ Und Anna war oft verzweifelt:
Was der Egon wieder angestellt hat! Heimlich Kaffee gekocht oder Kekse geklaut,
wo er sich doch wegen seines gelähmten Kehlkopfdeckels lebensbedrohlich
verschlucken könnte – und sie sei schuld! „Du bist nicht
schuld“, sagte Nicole. „Lass ihn machen, er ist ein Dickkopf.“
Mittlerweile lenkt Anna Egon auf ihre kultivierte Art: „Egon, zu Tisch
bitte“, ruft sie, und ihr Schützling kommt angeschuffelt. Egon
isst leidenschaftlich gern, er kann aber schlecht schlucken. „Langsam“,
mahnt Anna, wenn Egon gar zu hastig isst.
„Computer“ nannten ihn die Kollegen einst, weil er sich alles merken
konnte. Lang her. Erst die Scheidung, dann die Depression, schließlich
die Schlaganfälle. Die Tochter entschied, auch nach ihrer Heirat beim
Vater wohnen zu bleiben. Wie sie so erzählt, macht Egon den nudelvollen
Mund auf und weint, dass es ihn schüttelt. „Ist gut“,
sagt die Tochter. Anna bringt eine Serviette und legt ihm die
Hand auf die Schulter.
Egon weint viel, nicht immer mit Tränen. „Das ist seine Art, Emotionen
auszudrücken“, erklärt die Tochter. Aber er habe neuen Lebensmut,
trotz der Depression. Er braucht keine Windel mehr, sitzt wieder am Tisch – „alles
Annas Verdienst“.
Es klingelt: Theresa und Sofia, zwei andere Polinnen aus
dem Dorf, holen Anna und Egon zum Spaziergang ab. Auch Theresa hat ihren
Schützling
dabei, einen stummen 80-jährigen Herrn. Eine wundersame Truppe macht
sich da auf den Weg. Vorneweg Egon, der seit Neuestem seinen Rollstuhl ein
Stück selbst schiebt; dann die drei Polinnen – keine Hausmütterchen
mit Kittelschurz, sondern schick zurechtgemacht, mit Sieben-Achtel-Hosen
und Käppi auf den gefärbten Haaren. Mit ihnen schwebt eine Parfümwolke
durchs Dorf.
Stolz erzählt Anna, dass sie Egon von auf 58 Kilo gekriegt hat. „Er
ist zufrieden, er hat Pflege nonstop.“ Plötzlich rennt sie los,
da vorn, der gefährlich rangierende Bagger, und Egon guckt einfach nicht!
Es ist eine dauernde Anspannung. Abends hat sie zwei, drei Stunden frei – dann
fährt sie mit den anderen Polinnen Rad –, aber nie einen ganzen
Tag für sich. Manchmal sei sie sehr, sehr müde. Die Frauen sind
Städterinnen, so gern kämen sie mal nach Baden-Baden,
ins Museum, ins Theater.
Anna C. ist Witwe. Ihr Mann war Schreiner, nach dem Abitur
hatte sie ihm die Buchhaltung gemacht. Vor ein paar Jahren
starb er
innerhalb weniger Wochen an Krebs. „Du bist mutig“,
sagte eine Freundin vor Annas Abfahrt nach Deutschland. Es
ist die Verzweiflung, die sie zu diesem Mut treibt.
Die Witwenrente reicht nicht, auch die Familien von Sohn
und Tochter kommen finanziell nicht aus.
Bitter, dass die polnische Personalagentur, bei der die
Frauen zunächst
angestellt waren, sie um ihren Lohn betrog. Von den 1250 Euro wurden ihnen
am Ende nur 250 ausgezahlt. Jetzt haben sie die Firma gewechselt. Nach Abzug
von Steuern, Sozialabgaben und Vermittlungshonorar bleiben ihnen etwa 625
Euro. Ach, das Geld! Die Frauen schweigen. Egon ist in seinen Rollstuhl gestiegen,
Theresas Schützling eingenickt. Die Karawane verlässt den heißen
Feldweg, taucht in den Wald ein.
Unterdessen gönnt sich Nicole Werner auf dem Balkon einen Kaffee. Am
frühen Morgen war sie putzen, in einer Forschungseinrichtung in der
Stadt. Sie freut sich auf den ersten Urlaub seit Langem, eine Woche allein
mit ihrem Mann. Der ist Netzwerktechniker, die Familie muss rechnen. Egons
Rente – 1300 Euro – geht weg für Annas Lohn, von den 400
Euro Pflegegeld müssen das Essen für Egon und Anna, Strom und Wasser
bestritten werden, die Zuzahlungen für Logopädie,
Krankengymnastik, die teuren neurologischen Medikamente.
Die junge Familie buttert zu.
Aber Nicole Werner ist glücklich. Und dankbar. Zu Ostern haben sie Anna
einen Flug nach Polen bezahlt, die Busfahrt hätte zwei Urlaubstage gefressen.
Und einen Deutschkurs an der Volkshochschule, 25 Abende. Im Dorf hieß es:
Was, du zahlst der einen Sprachkurs? Die wird für ihre Arbeit bezahlt,
soll sie gucken, wie sie klarkommt. „Das ist nicht meine Einstellung“,
sagt Nicole Werner. Ein anderer, der ebenfalls eine Polin hat, sagte: „Die
braucht keinen Sprachkurs, die versteht alles, die nickt immer.“
Anna braucht die Sprache. „Egon, nein!“ So ruft sie ihn zur Ordnung.
Aber er tut, als ob er nichts hört, und grinst. Also brütet Anna über
dem Lexikon, sagt schließlich: „Ich bestimme.“ Und Egon,
der seit den Schlaganfällen nicht mehr sprechen kann, nimmt ein Papier
und schreibt: „... nicht!“ Jesusmaria, sagt Anna, wenn ihr ein
Wort partout nicht einfallen will.
Nur eins traut sich Anna noch immer nicht: allein
zum Metzger. „Da
kriegt sie fast keine Luft mehr, obwohl jeder sagt: Ach, Sie sind die Anna,
wo beim Egon aufpasst“, erzählt Nicole Werner. Aber beim Schlecker
war sie jüngst, ganz allein, Haarfarbe für den nachgedunkelten
Ansatz kaufen. Den Großeinkauf im Supermarkt machen die beiden Frauen
gemeinsam. Vorher sitzt Anna mit dem Lexikon, schreibt „Herr Propper“ auf
die Liste.
Der Spaziertrupp ist zurück, Egon verzieht sich auf sein Bett, guckt
Sport, wie immer. Anna setzt sich an den Esstisch mit der Wachstuchdecke.
Ob sie Heimweh hat? Das Wort kennt sie nicht. Also Lexikon: Hat sie tesknota?
Oder nostalgia – Sehnsucht? Anna ringt um Fassung, weint dann doch,
dreht sich weg, flüstert dreimal „Entschuldigung“, eilt
nach einem Taschentuch. „Alle Kollegin
traurig. Aber wir muss arbeiten.“
Plötzlich steht Egon im Raum, weint. Er hält Anna seinen Karoblock
hin, da steht: „Ich hoffe, dass Anna ganz bei mir bleibt und nur zu
Besuch nach Polen reist.“ Anna ist verlegen, streng sagt sie: „Du
musst auf deine Gesundheit achten.“ Mag Egon die Anna? Er nickt. Und
weint wieder. Anna schilt ihn: „Du musst lachen und zufrieden sein!“ Egon
schreibt: „Lachen kann ich wahrscheinlich nicht mehr. Das letzte Mal
habe ich drei Jahre nach meiner Hochzeit gelacht. Jetzt geht es mir jeden
Tag besser.“ Ja, sagt Anna: „Kranker Mensch muss wissen, dass er ist wichtig. Ich
hab ihm Lust gemacht auf Lebe. Das ist Psychologia!“ Anna lächelt.
Egon lächelt auch. Er weiß nicht, dass Anna nur ein Jahr bleiben
darf. So sagt es die „Verordnung über die Zulassung von neu einreisenden
Ausländern zur Ausübung einer Beschäftigung“.
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"24 STUNDEN PFLEGE" DURCH PFLEGEPERSONAL
AUS POLEN IN IHREM ZUHAUSE
Mal angenommen, meine Mutter braucht Hilfe...
chrismon-Reporterin
Christine Holch auf der Suche nach der besten Lösung: legal, bezahlbar,
moralisch in Ordnung.
Manchmal macht man sich ja solche Gedanken: Wenn es nun so
wäre, dass meine Mutter rund um die Uhr Betreuung braucht und nicht
ins heim will – was dann? Plan A: einen spezialisierten Pflegedienst
fragen.
VARIANTE 1: deutsche Pflegekräfte, 4788 Euro,
legal
Zum Beispiel pflege polen. Eine Krankenschwester oder Plegehelferin
würde
bei meiner Mutter wohnen und alle zwei -Wochen abgelöst. Für 4788
Euro bei Pflegestufe I.
Auch Krankenpflege Pütz hat solche Preise. Thomas Pütz würde
sich über den Auftrag freuen. Denn gerade musste er zwei Vollzeitkräfte
entlassen. Weil wieder eine Familie angerufen hat: „Herr Pütz,
ab morgen brauchen Sie nicht mehr kommen, wir organisieren das jetzt privat.“ Dann
habe die Familie „irgendeine Ludmilla“, sagt Pütz, „bitter
ist das“. So leid mir das tut, aus den laufenden Einnahmen wäre
diese Betreuung nicht zu finanzieren.
VARIANTE 2: polnische Krankenschwestern, 800
Euro, total illegal
Also Plan B: rumfragen bei Bekannten. So komme ich an Hans
Sörensen*,
71. Der hat für seine zunehmend tüdelige Schwester eine Polin besorgt.
In der norddeutschen Stadt kursieren der Name „Schwester Hanna“ und
eine Telefonnummer. Ein Anruf, und eine Woche später steigt eine Agnieszka
oder Ewa aus dem Bus. Polnische Krankenschwestern, die in ihrem Urlaub deutsche
Senioren betreuen. „Ich staune über diese Organisation“,
sagt Herr Sörensen, „man handelt etwas aus, und so passiert das
auch.“ Bezahlt werden monatlich etwa 800 Euro. Noch nie habe jemand
nachgefragt, weder im Laden noch beim Arzt. Jetzt hat er gelesen, dass „der
Zoll“ in Pflegehaushalten ermittelt. Ihm ist bang.
Tatsächlich: Sobald die Mitarbeiter der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ genügend
Anhaltspunkte für eine Straftat haben, bekommen sie vom Richter einen
Durchsuchungsbeschluss. Und dann, sagt der Zollbeamte Anton Bethselder*,
kommt ein Zolloberinspektor „und dreht die Wohnung auf links“.
Er sucht vor allem nach Zahlungsbelegen. Entweder wurde überwiesen „oder,
wie sich das bei Deutschen gehört, gegen Quittung bar ausgezahlt. Irgendwas
finden wir immer“. Die „polnische Perle“ wird gleich mitgenommen.
Denn sie darf sich zwar seit Polens Beitritt zur EU drei Monate in Deutschland
aufhalten, nicht aber ohne Erlaubnis arbeiten. Sie zahlt rund 100 Euro Bußgeld,
damit ist das Verfahren abgeschlossen, sie hat also kein Zeugnisverweigerungsrecht
mehr und muss jetzt gegen ihren Arbeitgeber aussagen.
Da würde nun einiges auf mich zukommen! Eine Anklage wegen Steuerhinterziehung
und Sozialversicherungsbetrug. Vielleicht auch noch eine wegen Lohnwucher.
Bestenfalls würde mein Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Zum Ausgleich müsste ich ein paar tausend Euro an eine karitative Einrichtung
zahlen – und sowieso die Steuern und Sozialversicherungsbeträge
nachzahlen.
VARIANTE 3: osteuropäische „selbstständige“ Betreuerinnen,
700 bis 1100 Euro, pseudolegal
Es muss doch auch noch anders gehen – preiswert und trotzdem irgendwie
legal! Wer im Internet sucht nach „24 Stunden“ und „Betreuung“,
wird schnell fündig. Fragen wir mal an, per E-Mail:
„Ich suche dringend für meine Mutter eine 24-Stunden-Betreuung. Sie vergisst,
ob sie gegessen oder ihre Tabletten genommen hat, vor allem irrt sie nachts
durch die Wohnung. Können Sie uns weiterhelfen?“
Antwort: „Naturlich ich kann Ihnen helfen. Ich habe viele Frauen welche
arbeiten in Deutschland als Altenpflegerin und Haushalthilfe. Eine Frau welche
kommt zu Ihnen zum arbeit kostet 850-900 euro monatlich + Fahrkosten, Kost
und Loggie frei. die kann drei Monat bei Ihre Mutter arbeiten, nach drei
Monat kommt eine andere polnische Frau. Sie mussen nur noch krankenversicherung,
das ist 60 euro fur drei monat. Das ist versicherung fur legale arbeit in
Deutschland. Vermittlung kostet 50 euro. Naturlich das alles geht’s
mundlich.“
Woanders hätte ich eine Polin auch schon für 700 Euro haben können.
Krankenschwestern kosten mehr, regelmäßige Nachteinsätze
und gute Deutschkenntnisse auch – um die 1000 Euro. Aber dann könnte
morgen schon Lydia bei mir sein: „52, sehr fleißig, pflichtbewusst.“
Prima, sage ich zu dieser Vermittlerin am Telefon, aber
muss ich nicht noch Sozialabgaben zahlen? „Nein, nichts. Die arbeitet freiberuflich.“ Ist
das legal, man liest ja oft über Schwarzarbeit? „Nein, da müssen
Sie sich keine Sorgen machen.“
Natürlich ist das illegal, sagt der Zollbeamte Bethselder, das ist Scheinselbstständigkeit.
Denn Lydia hätte als 24-Stunden-Kraft ja nur mich als Auftraggeberin.
Sie wäre abhängig von mir, also habe ich die Pflichten einer Arbeitgeberin.
Vor allem im Süden Deutschlands werden Betreuerinnen illegal beschäftigt – hier
gibt es mehr Haushalte, die sich überhaupt eine Kraft leisten können.
Rund 100 000 Frauen, schätzt der Volkswirtschaftler Friedrich Schneider
aus Linz. Woher er das weiß? Er hat Haushalte zu Schwarzarbeit befragt. „Die
Leute antworten frank und frei, die haben kein Unrechtsbewusstsein.“ Nicht
mal ein Prozent der Befragten verweigere die Antwort – genauso viele,
wie wenn man die Automarke erfrage.
Gibt es denn gar keine legale Variante, um eine Polin zu
bekommen? Die gehören
doch nun zur EU! Ja, aber noch nicht so ganz. Weil hierzulande über
vier Millionen Menschen arbeitslos sind, kann die Bundesregierung bis 2011
die Arbeitsmöglichkeiten für Menschen aus den neuen EU-Ländern
beschränken.
VARIANTE 4: entsendete Osteuropäerinnen, ab
1200 Euro, mal legal, mal illegal
Es gibt ein Schlupfloch: die Entsendung. Erklären kann dies Renata Föry,
die 32-jährige Geschäftsführerin der Vermittlungsagentur seniocare24.
Sie kam aus Polen als Au-Pair in den Schwarzwald und heiratete hier. Föry
hat sich durch die deutschen Gesetze gebissen und meint: Jawohl, polnische
Firmen dürfen in Deutschland ihre Dienstleistungen anbieten.
Würde ich also – über seniocare24 – einer polnischen
Personalagentur den Auftrag erteilen „Betreuung meiner Mutter rund
um die Uhr“, dann sendet die polnische Firma eine ihrer Angestellten.
Ich bin Auftraggeberin, nicht Arbeitgeberin. Die Frau zahlt in Polen Steuern
und Sozialabgaben. So wie Anna C.
Die Preise der Vermittlungsagenturen beginnen bei etwa 1200
Euro. Für
1900 gäbe es eine Krankenschwester mit Führerschein und besten
Deutschkenntnissen.
Viele Vermittlungsfirmen tummeln sich auf diesem Markt,
doch korrekt arbeitet längst nicht jede. Denn ich als Auftraggeberin darf der Polin keinerlei
Anweisungen geben, vielmehr muss der Auftrag schon im Vertrag genauestens
festgelegt sein – auch die Pflege von Opas Grab. Sonst wird aus der „Entsendung“ ganz
schnell internationale Leiharbeit. Und die ist verboten. Fährnisse allüberall.
VARIANTE 5: Osteuropäerinnen über die
Arbeitsagentur, 1200 Euro, total legal
Einen Durchlass hat die Politik aber doch in den Zaun geschnitten:
Die Bundesagentur für Arbeit darf osteuropäische Haushaltskräfte an Pflegebedürftigen-Haushalte
vermitteln. Rund 1700 Anträge gingen im vergangenen Jahr bei der Zentralstelle
für Arbeitsvermittlung (ZAV) ein.
Ich wäre Arbeitgeberin, hätte also einigen organisatorischen Aufwand:
Betriebsnummer bei der Arbeitsagentur besorgen, Unfallversicherung abschließen,
die Kraft bei der Krankenkasse anmelden. Der Lohn liegt bei 1100 bis 1200 Euro,
je nach Bundesland. Wenn ich möchte, kann ich der Haushaltskraft noch 370
Euro für Kost und Logis abziehen, netto bekäme sie dann etwa 560 Euro.
So viel teurer als eine illegale Polin ist das nun auch
wieder nicht. Der Haken: Die ZAV-Kraft darf nicht pflegerisch tätig sein und nur 38,5 Stunden pro
Woche arbeiten – eigentlich. Aber, deutet ein ZAV-Mitarbeiter an – es
ließe sich ja was regeln über mehr Urlaub oder Sonderzahlungen.
Ich ziehe Bilanz: Mir liegen Angebote vor von 700 bis 00
Euro. Die billigen Illegalen will ich nicht, die deutschen Profis kann
ich nicht zahlen, bei der
ZAV-Variante müsste ich die Arbeitszeiten beachten. Aber die dazwischen,
diese Agenturen mit den entsendeten Polinnen – wer nur sagt mir, welches
Angebot rechtens ist? Niemand. Die Arbeitsagenturen haben Anweisung, keine Verträge
zu begutachten; das Bundesministerium für Wirtschaft, mehrfach angefragt,
schweigt.
UND DIE MORAL von der Geschicht? Ist das
nicht Ausbeutung?
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"24 STUNDEN PFLEGE" DURCH PFLEGEPERSONAL
AUS POLEN IN IHREM ZUHAUSE
Das Thema ist unbeliebt in der Politik. Mindestens ambivalent:
Eigentlich will man keine Schattenwirtschaft, aber man verfolgt sie nicht
intensiv, weil sie
eine Versorgungslücke füllt. Also doch eine mehr oder weniger legale
Polin besorgen?
Die Polin ist in Not, und ich auch. Eine klassische Win-win-Situation.
Aber wer gewinnt hier was, und ist es gleichwertig? „600 Euro netto sind total viel
wert in Polen“, heißt es hierzulande. Nun ja, 600 Euro sind viel
Geld in Litauen und Rumänien. In Polen nicht mehr.
Die Polinnen kommen trotzdem. Weil sie keine Alternativen
haben. Die polnischen Löhne betragen 25 Prozent des EU-Durchschnitts, die Preise mittlerweile
50 Prozent. Die UBS-Bank stellt das Gefälle so dar: Für ein Kilo Brot
muss man in Frankfurt sechs Minuten arbeiten, in Warschau 17; für einen
Big Mac in Frankfurt 15 Minuten, in Warschau 42 Minuten.
Ich profitiere von diesem Wohlstandsgefälle. Ist das nicht Ausbeutung, zumal
wenn ich die Polin noch unbezahlte Überstunden machen lasse? „Ein
Verhältnis wie zwischen deutschen Gutsherren und polnischen Knechten“,
findet mein Kollege, ein ausgebildeter Pfarrer. „Schon diese Rede, dass
die alle so liebevoll sind! Die Frauen verausgaben sich. Für einen Bruchteil
des Geldes können wir uns ein Vielfaches an Liebe kaufen.“ Ausbeutung
also, wenn auch durch nette Menschen; aber das macht die Sache ja auch nicht
besser.
Nüchterner sieht die Sache ein Freund, früher Mitglied in der DKP und
also international geschult: „Natürlich nutzt du ein Wohlstandsgefälle
aus, wenn du deine Mittelstandsmutter billig von einer Osteuropäerin pflegen
lässt. Aber gleichzeitig tust du das Nächstliegende, um das Wohlstandsgefälle
abzuflachen.“ Wir einigen uns: Es ist eine Win-win-Situation, aber eine
mit ausbeuterischen Zügen. Denn das Wanderarbeiterdasein kann Menschen auch
zerstören.
Zwar werden manche der Osteuropäerinnen sehr respektvoll in den deutschen
Haushalten behandelt, auch entlastet durch Angehörige und zusätzlich
einen Pflegedienst, wie die Soziologin Juliane Schmidt herausgefunden hat. Andere
aber müssen auf einer Matraze neben ihrem Schützling schlafen, haben
keine Minute, in der sie nicht verantwortlich sind, sind völlig isoliert.
Einmal im Monat kommt dann die Enkelin mit dem Geld vorbei.
Eigentlich wollte ich nur eine Lösung für meine persönliche Notsituation
finden. Jetzt sehe ich mich plötzlich auch in der Verantwortung, den deutschen
Arbeitsmarkt zu schützen, die europäische Einheit zu realisieren, eine
polnische Familie über Wasser zu halten. Wenn ich denn ein guter Mensch
sein will.
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HAUSHALTSHILFE AUS POLEN ZUR "24H"
SENIORENBETREUUNG, GANZTAGESBETREUUNG
Sehr geehrte Damen und Herren
Nachstehend haben wir einige Presseartikel - und Fernsehbeiträge über uns und unsere Arbeit zu Ihrer Einsicht vorbereitet.
Die jeweiligen TV-Beiträge und Artikel werden hierbei zu Ihrer Ansicht verlinkt.
Bitte wählen Sie aus.
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GANZTAGESBETREUUNG FÜR SENIOREN
DURCH PFLEGEHILFEN AUS OSTEUROPA
Sender: RTL
Sendung: Punkt 12
Gesendet am: 06.03.2009 | 12.00 Uhr
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BETREUUNG ZUHAUSE FÜR EIN LEBEN
BETREUT, UMSORGT UND OHNE PFLEGEHEIM
Zeitschrift Tina
Titel: Wenn die Eltern
plötzlich Hilfe brauchen
Erschienen: 12.03.2009
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EINE PFLEGEKRAFT AUS POLEN
ZUR "24 STUNDEN PFLEG" ZUHAUSE
Sender: MDR um 12
Sendung: Pflegedienst
Gesendet am: 17.12.2007
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"EINE PFLEGEKRAFT AUS POLEN
FÜR EIN LEBENSABEND ZUHAUSE
Zeitschrift BILD der FRAU
Titel: Ich bin froh, dass
es Ela gibt
Erschienen: 16.11.2007
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"24 STUNDEN PFLEGE", GANZTAGSPFLEGE
DURCH PFLEGEPERSONAL AUS POLEN
Zeitschrift SUPERillu
Titel: Ohne Grazyna müsste
die Mutti ins Heim
Erschienen: 05.11.2007
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"RUND UM DIE UHR BETREUUNG" ZUHAUSE
GANZTAGSBETREUUNG PFLEGEDIENST AUS POLEN
Zeitschrift LAURA
Titel: Für Mama ist Irena
ein Engel
Erschienen: 27.09.2007
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"24 STUNDEN SENIORENBETREUUNG AUS POLEN
DURCH POLNISCHE PFLEGEKRAFT
Sender: ARD
Sendung: Ratgeber Gesundheit
Gesendet am: 30.09.2007
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POLNISCHE PFLEGEKRÄFTE ZUR 24H BETREUUNG
ALS ALTERNATIVE ZUM PFLEGEHEIM
Zeitschrift BILDZEITUNG
Titel: Ohne Ivona müssten
wir ins Heim
Erschienen: 13.09.2007
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PFLEGEPERSONAL, PFLEGEKRAFT, SENIOREN-
BETREUUNG, GANZTAGESPFLEGE, PFLEGEDIENST
Zeitschrift SÜDKURIER
Titel: Gut, dass es Anna
und Maria gibt
Erschienen: 07.09.2007
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"24 STUNDEN SENIORENBETREUUNG AUS POLEN
DURCH POLNISCHE PFLEGEKRAFT
Sender: MDR
Sendung: FAKT IST ....
Gesendet am: 15.08.2007
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PFLEGEKRAFT, PFLEGEPERSONAL, SENIOREN-
BETREUUNG, GANZTAGESPFLEGE, PFLEGEDIENST
Zeitschrift LISA
Titel: Beata ist Mamas
Sonnenschein
Erschienen: 15.08.2007
Ein wirklich wunderschöner Artikel.
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BETREUUNG "24H" DURCH PFLEGEPERSONAL
ODER EINE HAUSHALTSHILFE AUS POLEN
Sender: ZDF
Sendung: DREHSCHEIBE DEUTSCHLAND
Gesendet am: 10.07.2007 | 12:15 Uhr
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"24H PFLEGE" MITTELS KRANKENSCHWESTER,
ODER PFLEGEPERSONAL AUS POLEN
Zeitschrift Westfälische Rundschau
Titel: Der 24 Stunden Haushaltsengel
Erschienen: 19.04.2007
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POLNISCHE PFLEGEKRÄFTE ZUR 24H BETREUUNG
ALS ALTERNATIVE ZUM PFLEGEHEIM
Sender: MDR
Sendung: THÜRINGEN EXKLUSIV
Gesendet am: 04.04.2007 | 21:15 Uhr
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"RUND UM DIE UHR" BETREUUNG FÜR SENIOREN
DURCH POLNISCHE PFLEGEKRÄFTE ZUHAUSE
Sender: ZDF
Sendung: BERLIN MITTE
Gesendet am: 25.01.2007
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Wir hatten die Ehre und die Möglichkeit, innerhalb der Sendung "Berlin Mitte" unsere Arbeit kurz vorzustellen.
Diese wirklich interessante Ereignis kann bei einem Klick auf oben zu sehendes Bild insgesamt angesehen werden.
So Sie nur unseren Beitrag sehen möchten, so verschieben Sie bitte den Ablaufbalken des Mediaplayers nach dessen Start auf 45 Minuten.
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HAUSHALTSHILFE AUS POLEN ZUR "24H"
BETREUUNG FÜR SENIOREN ZUHAUSE
Zeitschrift Die Rheinpfalz
Titel: Die schwierige Suche
nach einer
24-Stunden-Betreuung
Erschienen: 23.02.2007
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"24H BETREUUNG" ODER "24H PFLEGE
DURCH EINEN POLNISCHEN PFLEGEDIENST
Sender: SWR Ländersache
Sendung: Wenn die Pflege-
versicherung versagt
Gesendet am: 22.02.2007
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GANZTAGESBETREUUNG FÜR SENIOREN "24H"
ALS ALTERNATIVE ZUM ALTENPFLEGEHEIM
Sender: WDR Aktuelle Stunde
Sendung: 24-Stunden Haushalts-
engel aus Polen
Gesendet am: 13.01.07
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"ALTENPFLEGE" ZUHAUSE STATT IM HEIM DURCH
POLNISCHE PFLEGEKRÄFTE "24 STUNDEN"
Sender: SWR
Sendung: Landesschau
Baden-Württemberg
Gesendet am: 11.01.2007
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PFLEGEUNTERSTÜTZENDE SENIORENBETREUUNG
DURCH POLNISCHE KRANKENSCHWESTER
Zeitschrift Berliner Zeitung
Titel: Die 24 Stunden Polin
Erschienen: Weihnachtsausgabe 2006
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PFLEGEUNTERSTÜTZTE SENIORENPFLEGE DURCH
HAUSHALTSHILFEN UND PFLEGEKRÄFTE
Sender: arte
Sendung: Pflegenotstand
in Deutschland
Gesendet am: 19.12.2006
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"GANZTAGESPFLEGE" ZUR SENIORENBETREUUNG
ALS ALTERNATIVE ZUM PFLEGEHEIM
Zeitschrift Chrismon - das evangelische Magazin
Titel: Mal angenommen, meine Mutter
braucht Hilfe ...
Erschienen: Ausgabe 11/2006
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PFLEGEDIENST MIT "24H" BEREITSCHAFT
ZUR PFLEGEUNTERSTÜZUNG FÜR SENIOREN
Sender: WDR
Titel: HART ABER FAIR
Erschienen: 12.04.2006
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PFLEGEPERSONAL MIT "24H" BEREITSCHAFT
ZUR GANZTAGESBETREUUNG FÜR SENIOREN
Zeitschrift Wochenblatt Rheinland Pfalz
Titel: Rund um die Uhr Betreuung
im eigenen Zuhause
Erschienen: Aprilausgabe 2006
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"24 STUNDEN PFLEGE" DURCH PFLEGEPERSONAL
AUS POLEN IN IHREM ZUHAUSE
Zeitschrift Wochenblatt Rheinland-Pfalz
Titel: Einen alten Baum
verpflanzt man nicht
Erschienen: 27.10.2005
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Neuer Artikel in der Zeitschrift Lisa
HIER
AKTUELL
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Hand aufs Herz, wer von Ihnen möchte jetzt sogleich alles hinter sich lassen und ins Altenheim wechseln?
Sicherlich niemand, und um genau das so lang als möglich zu vermeiden gibt es uns, denn auch wir wollen nur ins
Altersheim, wenn es wirklich nicht mehr anderst geht, keinen Tag vorher.
Wir haben genau den Service aufgebaut, der uns selbst in einer solchen Lage fehlen würde.
Durch eine qualifizierte 24h Pflege, eine 24h Betreuung,
rund um die Uhr durch polnische Pflegekräfte
oder durch eine Pflegehilfe aus Polen als Alternative zum Pflegeheim,
eine Altenpflegerin nur für Sie alleine.
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